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Sensibilisierungs-Workshop gegen Machtmissbrauch, Mobbing und Diskriminierung

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08/04/2026
Sensibilisierungs-Workshop IDM

Im Rahmen einer Initiative gegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen und für ein respektvolles Verhalten in Film, Musik und Theater veranstaltet die IDM Film & Music Commission in Zusammenarbeit mit FAS (Film Association South Tyrol) und PERFAS am 28. und 29. April (9 – 13 Uhr) einen wichtigen Sensibilisierungs- und Präventions-Workshop zum Thema Mobbing, geschlechtsspezifische Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz in der Film-, Musik- und Theaterbranche.

Die Arbeitswelt der Film-, Musik- und Theaterbranche mit ihren kreativen Hierarchien, oftmals informellen Beziehungen und prekären Produktionsstrukturen ist nicht frei von Machtmissbrauch, Diskriminierung, Mobbing und geschlechtsspezifischer Belästigung. Im Gegenteil: Die emotionale Bindung an die Arbeit, die Vermischung von Beruflichem und Privatem, sowie die Hemmschwelle, Übergriffe aus Angst vor beruflichen Konsequenzen zu melden, machen unseren Sektor besonders anfällig.

Mit Blick auf Sensibilisierung und Prävention laden wir euch darum zu einem kostenlosen Workshop am 28. April (auf Deutsch) und am 29. April (auf Italienisch), jeweils von 9 bis 13 Uhr, im Kolpinghaus in Bozen ein. Die Initiative geht auf eine Idee der FAS zurück und wird in Zusammenarbeit mit PERFAS, HDS (Fachgruppe Film), der Gleichstellungsrätin, der Psycholog:innenkammer der Provinz Bozen und der IDM Film & Music Commission Südtirol durchgeführt.

Der Workshop wird geleitet von Brigitte Hofer, Gleichstellungsrätin und Leiterin der Antimobbingstelle  Südtirol sowie von Dr. Ursula Obermair (28. April) und Dr. Francesca Schir (29. April) von der Psychologenkammer Bozen. Meldet euch gleich zu einem der beiden Vormittage (28. April in deutscher Sprache, 29. April in italienischer Sprache) an:

Wann: 28.04.2026 (Hauptsprache Deutsch) ODER 29.04.2026 (Italienisch), 9 bis 13 Uhr
Wo: Kolpinghaus Bozen
Anmeldung: Online hier bis zum 21. April

Mehr Infos hier.

 

Programm und Inhalte

Im ersten Teil des Workshops, von 9 bis 12 Uhr, beleuchtet Brigitte Hofer, Gleichstellungsrätin und Leiterin der Antimobbingstelle Südtirol, vier zentrale Problemfelder in der Arbeitsrealität:

  • Mobbing – systematische, schikanierende Verhaltensweisen, die eine Person isolieren, demütigen und destabilisieren und dabei häufig als produktions- oder kunstbezogene Notwendigkeiten getarnt sind.
  • Geschlechterdiskriminierung – ungleiche Behandlung, Ausschluss von Führungspositionen und ungleicher Zugang zu beruflichen Chancen, die in der Branche weiterhin weit verbreitet sind.
  • Belästigung – Handlungen, Worte oder feindselige Verhaltensweisen, die die Würde einer Person verletzen und das Arbeitsumfeld einschüchternd oder herabwürdigend machen.
  • Sexuelle Belästigung – ein viel dokumentiertes und trotzdem nach wie vor untererfasstes Problem in der Unterhaltungsbranche, das durch Machtungleichheiten zwischen Entscheidungsträger:innen und von Ihnen abhängigen Personen, zusätzlich erschwert wird.

Anhand anonymisierter Fallbeispiele werden sowohl die Herausforderungen der Betroffenen als auch mögliche Lösungen und bewährte Maßnahmen zur Förderung eines gesunden, respektvollen und inklusiven Arbeitsumfelds aufgezeigt. Ein Teil des Workshops ist der Gruppenarbeit gewidmet: Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, sich aktiv mit den vorgestellten Fällen auseinanderzusetzen, wiederkehrende Dynamiken zu erkennen und gemeinsam konkrete Strategien zur Reaktion und Prävention zu erarbeiten.

 

Der zweite Teil, von 12 bis 13 Uhr, wird von Dr. Ursula Obermair (28. April) und Dr. Francesca Schir (29. April) von der Psychologenkammer Bozen geleitet und konzentriert sich auf die psychologischen Aspekte von Belästigung am Arbeitsplatz.

Mobbing, Belästigung und Diskriminierung haben nachweislich Auswirkungen auf die psychische Gesundheit: chronischer Stress, Angstzustände, Schlafstörungen, sinkendes Selbstwertgefühl, Verlust des Vertrauens in sich selbst und in das Arbeitsumfeld. Einer der heimtückischsten Aspekte dieser Dynamiken ist, dass sich die Symptome allmählich einstellen und oft anderen Ursachen zugeschrieben werden: Müdigkeit, persönliche Labilität, eine schwierige Phase. Diese verspätete Erkennung kann die Dauer der Belastung verlängern und den Genesungsprozess erschweren.

Im Workshop werden die häufigsten Anzeichen untersucht, die darauf hindeuten, dass eine Situation psychisch schädlich wird. Der Kurs behandelt auch das Thema der Scham und der Angst, Vorfälle zu melden, und gibt praktische Hinweise zu professioneller psychologischer Unterstützung.

Der Workshop endet mit einem offenen Austausch, um Erfahrungen, Reflexionen und Fragen zu teilen.

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